Die evang. Kirche in Leuscheid besitzt zwei Türme. Der Sage nach sollen drei Geschwister, einem Gelübde gemäß, drei Türme zu erbauen beschlossen haben. Eins derselben starb während der Bauausführung, und damit fiel der dritte Turm. Die Kirchen-anlage weist auch darauf hin, daß Ansätze für einen dritten Turm gemacht worden sind. Weiter weiß die Sage noch zu berichten, daß eine adelige Familie, welche dem Orte Hundhausen gegenüber jenseits der Sieg auf einem Felsen ihren Wohnsitz hatte (Benzekausen?), die Kirche und Pfarrei nebst dem Zehnten, Gütern und Einkünften gestiftet habe.
vom Berg, 130
Leuscheid 1131 erstmalig unter den Namen Liuuenskeit erwähnt. Seine Kirche gehörte ebenfalls zum Cassiusstift in Bonn. Der Ort ist wegen seiner vielen und schönen Schwänke weithin bekannt.
Ansicht der Kirche Ostseite
Südseiten Ansicht
Die schwere bergische Barockkanzel aus dem späten 17. Jahrhundert wurde bei der Renovierung der Kirche über den Altar gesetzt.
Renovierung der Kirche die Verhüllung 2010/11
Putz wurde abhauen und Steine ausgetauscht
Blick aus dem Kirchturm
Alfred Koch beim Beiern
Karin Klein beim Beiern
Beiern in Leuscheid
An hohen kirchlichen Festen wie z. Beispiel Heiligabend, 1. Weihnachten, Ostersamstag und -Sonntag und an Pfingsten erklingt seit Jahrzehnten das feierliche Geläut des Glockenbeierns.
„Ludwig, Ludwig, bom bom bom, im Sommer maachen mer Heu, un wann mer´et net im Sommer dohn, dann dohn mer´et at im Mai“
So lautet der Text der alten überlieferten Glockenmelodie. Im 1000 Jahre alten Kirchturm der Evangelischen Kirchengemeinde schlagen an hohen Feiertagen nach jahrhundertealtem Brauch Beiermänner die Glocken. In Leuscheid beiert seit nunmehr 12 Jahren Brauchtumspfleger Alfred Koch aus Leuscheid die Glocken. Er verkündet im Leuscheider Kirchspiel, dass besonders hohe Feiertage gefeiert werden. Schon als Kind durfte er „Opa Mörsch“ beim Schlagen der Glocken zuschauen. Ab und an wurde ihm erlaubt, die damals noch von Hand zu bewegenden Glocken anhand eines Seiles zu läuten.
Gemeinsam mit unserem Küster Karl-Heinz Krüger sorgt er an besonderen Feiertagen für das Konzert. Erstmalig konnte Karin Klein an 1. Weihnachten vor der Christmette von 5.00 bis 6.00 Uhr als Nachwuchstalent für den alten Brauch geworben werden. Mit Hilfe von Seilen werden die schweren Klöppel gegen die ruhig hängenden, schräg gestellten Glocken geschlagen. Das ist Kraftarbeit, muss aber mit viel Gefühl gemacht werden, damit die drei großen Bronzeglocken, gestimmt in fis, gis und h keinen Schaden nehmen.
„Ohne das Beiern an besonderen Feiertagen würde in Leuscheid etwas fehlen“, sagen die Brauchtumspfleger.
Beiern bedeutet also das rhythmische Läuten einer Glocke, das sehr viel Kraftarbeit und auch viel Gefühl verlangt. In früheren Zeiten wurden die Kirchenglocken als eine Art Medium zur Masseninformation genutzt. Sie warnten u. a. vor Feuer, Krieg, Unwetter und informierten die Menschen über die Tageszeit. Daraus entwickelte sich auch diese Art des Glockenspieles und jede Gemeinde hatte ihr spezielles Baierlied. Zu hören und zu sehen ist dies im Internet unter you tube: „Glockenbaiern in der Ev Kirche in Leuscheid“.