Der Ort Leuscheid wird bereits 1131 urkundlich erwähnt: "Lievenskeit", später "Luenscheyt", in einer Urkunde von 1546 "Luischeid" und "Luischeidt" (von luwen auch luyen = brüllen, tönen). Leuscheid ist der Ort an der Wasser-scheide, an dem der Wind besonders braust (tönt).
Wie in der Pfarrrchronik nachzulesen ist, gehen die Ursprünge der Pfarrei bis in die fränkische Zeit zurück, und die Pfarre stand bis zur Reformation unter dem Patronat des Cassius-Stiftes in Bonn. Nach langem und erfolgreichen Widerstand wurde die Reformation in Leuscheid erst 1610 eingeführt und das Kirchengebäude von der nunmehr evang. gewordenen Kirchengemeinde benutzt. Noch heute beherrscht diese romanische Kirche mit zwei unter-schiedlich hohen Kirchtürmen das Ortsbild. Erst rund hundert Jahre später, im Jahre 1717, wurde Leuscheid als Mission eingerichtet und 1805 durch den Erzbischof von Köln wieder zur Pfarrei erhoben. Das 1717 erbaute Kirchlein (Kapelle) hätte nach dem ersten Verfasser der Leuscheider Pfarrchronik, Pfarrer Andreas Backes, "..... bis zum Jahre 2000 allen Bedürfnissen genügen" können. Dennoch wurde am 1.9.1968 der Grundstein zu einer neuen, größeren Pfarrkirche gelegt und in der Osternacht 1971 der erste Gottesdienst gefeiert. Bereits Ende 1970 war das neue Pfarrhaus bezogen worden. Die in den folgenden Jahren nicht mehr benutzte Kapelle wurde restauriert und nach 20 Jahren, bei der Pfarrprozession am 6. Juli 1991 erstmals wieder geöffnet. Ein erster Gottesdienst, eine Marienvesper, wurde dort am 7. 10.1992 wieder gefeiert.
Die Pfarrgemeinde St. Mariä Heimsuchung gehört heute mit drei weiteren Pfarreien Dattenfeld, Rosbach und Herchen zum Seelsorgebereich Windeck, der sich mit der politischen Gemeinde Windeck deckt. 1922 gehörten 240 Katholiken zur Pfarrei unter 1600 evangelischen Christen. Heute zählt die Pfarrei rund 1000 Katholiken und ca. 2100 Protestanten. Zur evangelischen Kirchengemeinde bestehen gute ökumenische Kontakte, die sich in gemein-samen Gottesdiensten und der jährlichen ökumenischen Woche widerspiegeln. Das Gebiet der Pfarrgemeinde gliedert sich in 16 kleinere und größere Ortschaften im Westerwald an der Grenze zum Bergischen Land, die die Sieg bildet. Neben dieser "Zergliederung" hatte die Pfarrgemeinde in den letzten 10 Jahren keinen eigenen Pfarrer mehr und mußte von der Pfarrei Dattenfeld mitversorgt werden.
Neben dem Kirchenvorstand bestehen ein Kirchenchor und eine Frauen-gemeinschaft. Ein Pfarrgemeinderat ist seit einiger Zeit nicht mehr zustande gekommen. In der Chronik der Pfarrei hat ein Seelsorger vor einigen Jahren niedergeschrieben: "Ich habe die Pfarrgemeinde lieb gewonnen" , sogar ihre Schwächen und Unzulänglichkeiten..... weil diese Fehler ein sehnsüchtiges Herz offenbaren, das beachtet werden will".
Die Gottesdienste sind den derzeitigen Verhältnissen angepaßt. Die Sonntags-messe findet um 10.00 Uhr statt, in der Woche ist donnerstags um 7.45 Uhr ein Schulgottesdienst der dortigen Grundschule, und samstags um 8.00 Uhr findet in einem Kapellenraum im Orte Imhausen eine hl. Messe statt.