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Die Keltischen Ringwälle liegen zwischen Stromberg, Werfen, Leuscheid und Kuchhausen, Nähe des Ortes Alsen  (s. Karte) und an dem Rundwanderweg  " A 3"      von Leuscheid.     (s. Wanderparkplätze)

Verkürzte Beschreibung der Ringwallanlage

Die neue Sitzgruppe an dieser Stelle


Hier führt der "Natursteig Sieg" vorbei


Die Ringwallanlage ist mit Natursteinen zur Erklärung bestückt worden.             "Ringwälle"          (Vorderwall)


"Hauptwall"

"Mittlerer Wall"

Bei den Anlagen handelt es sich genau um zwei verschiedene: eine nördliche und eine südliche Befestigungsanlage. Die Anlagen sind bisher noch nicht ein-gehend untersucht worden, Fundgut, das eine eindeutige Datierung ermög-lichen würde, liegt bislang auch nicht vor. Deshalb läßt sich derzeit eine Datierung nur auf Grund eines Vergleichs mit der Topographie anderer,wissen-schaftlich datierter Anlagen vornehmen. Danach gehört der nördliche Ringwall sicherlich in die Eisenzeit (400 bis Christi Geburt; lt. Bonner Jahrbuch 153/1953, S. 133 Nr. 107 wahrscheinlich ältere Eisenzeit), während die süd-liche Anlage (in den amtlichen Karten als "Neuburg" eingetragen) höchstwahr-scheinlich ins frühere Mittelalter eizuordnen ist (vgl. Bonner Jahrbuch 140-141/1936, S. 482).

Der nördliche Ringwall liegt auf einem 316,6 m hohen Berg südlich der Sieg und verfügt auf der nicht durch Hänge geschützte Angriffseite im Osten neben dem mächtigen Hautwall auch über zwei vorgelagerte Graben-Wallbe-festigungen. Der Hauptwall umschließt im Übrigen den gesamten Berg. Zusätzlichen Schutz bieten die Sieg, das Tal des Kesselbachs und der obere Hümichbach (Burgsiefen). Auf der Grundkarte 1:5000 des Landesvermes-sungsamtes Nordrhein-Westfalen, herausgegeben 1965, ist diese  Anlage als Kulturdenkmal (K.D) "Mittelalterl. Ringwälle" ausgewiesen.

Die "Neuburg" liegt auf einem durch den Neuburgsiefen im Norden und Winkelsiefen im Süden und Westen begrenzten Geländesporn. Die schmale Angriffsseite im Südosten ist durch eine Doppelwall-Graben-Anlage geschützt. Etwa 50 Meter davor befindet sich zwischen zwei Siefen noch ein schmalerer Wallgraben.

Beide Befestigungsanlagen waren multifunktional  und höchstwahrscheinlich auch mehrphasig:

Der nördliche Ringwall diente in Notzeiten als Fliehburg, er war Mittelpunkt eines eines Stammesgebietes, vermutlich auch Kult- und Richtstätte und bot dem in der Nähe betriebenen Bergbau (Funde von Schlacken und Schmelz-ofenresten) Schutz. Letzteres ist für viele untersuchte Ringwälle belegt. Die "Neuburg" war in erster Linie Sitz der Machtausübenden, aber auch Fluchtort und Schutzanlage für den Abbau von Erzen.

Beide Anlagen wurden laut mündlicher Überlieferung auch noch im Dreißig-jährigen Krieg als Rückzugsorte vor den plündernden und mordenden Söldner-horden von der Bevölkerung genutzt. Die Wälle des nördlichen Ringwalls sind wahrscheinlich ursprünglich als Holz-Erde-Mauern (Holzkasten für Fachwerk) errichtet worden. Über die Bauart der Wälle der "Neuburg" können derzeit noch keine Angaben gemacht werden. Doch wer hat diese Anlagen erbaut? Auch hierüber können derzeit nur Vermutungen angestellt werden. Geht man von der Richtigkeit der eisenzeitlichen Einordnung des nördlichen Ringwalles aus, so ist eine Ähnlichkeit mit zeitgleichen Ringwällen im Westerwald , am Mittelrhein, in der Eifel und im Hunsrück augenfällig. Die keltische Bauart ist unstrittig. Siegtal stand spätestens ab 700 v. Chr. unter keltischem Einfluß. Derzeit wird in Fachkreisen dieskutiert, ob nicht in der Eisenzeit an Stelle der germanischen Sugambrer die keltisierten, römerfreundlichen Ubier bis zu ihrer Umsiedlung ins Linksrheinische lebten. Diese Meinung wurde  interessanter- weise bereits Ende des 19. Jahrhunderts schon einmal geäußert.  

Unklar ist bislang jedoch, ob die Ubier Kelten oder Germanen waren. Möglich wäre auch, daß "sie weder der einen noch den anderen angehörten, sondern Teil einer dritten, indogermanischen, weder keltischen noch germanischen Sprachgruppe bildeten, deren Kultur allerdings keltisch beeinflußt war" (  vgl. Dr. Walter Meier-Arendt, Die späte Eisenzeit: Köln in der Randzone der kel-tischen Latène-Kultur, in: Kölner Römer Illustrierte, 1/1974).

Soweit die "Neuburg" tatsächlig mittelalterlich ist, wurde sie von den germa-nischen Franken wahrscheinlich im 10. Jahrhundert errichtet. Die kurze Dar-stellung macht bereits deutlich, wie kompliziert eine zeitliche Einordnung der beiden Befestigungsanlagen bei Alsen ist.

Quelle: Peter Heinz Krause, Geschichtsverein U.H.U.e.V.

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